Donnerstag, 1. September 2016

Bookstagram - Ein knallhartes Business?

Hey ihr Lieben,

vielleicht ist einigen meine Social Media-Abwesenheit der letzten Tage (oder eher Wochen... *hust*) aufgefallen. Das hängt damit zusammen, dass ich mich momentan, vor allem durch Instagram, auf eine bestimmte Art unter Druck gesetzt fühle. Vielleicht kennt ihr das selbst, wenn ihr ab und an bei "Bookstagram" aktiv seid.
Diesen Text habe ich dort schon gepostet, habe mich aber entschieden, ihn auch hier noch einmal hochzuladen um zu erfahren, was ihr davon haltet.


*"Hallo, Hallo; Könnt ihr mich hören? Ich will die Ruhe stören"*
Disclaimer: Dieser Post soll euch keinesfalls angreifen oder euch dazu bewegen, euer Verhalten in irgendeiner Weise zu überdenken.
Lediglich möchte ich das, was mich beschäftigt, mit euch teilen, um zu erfahren, ob es vielleicht jemanden mit ähnlichem Empfinden gibt wie mich.
Ja, in letzter Zeit ist es still geworden in Lauras Leseecke. Vor allem hier auf Instagram. Das hat zweierlei Gründe, die ich euch gern erklären will. Der Text wird etwas länger, trotzdem freue ich mich natürlich, wenn ihr ihn lest. Wenn nicht, dann ist das auch okay.
Zum einen bin ich nicht mehr so sehr auf Bücher fixiert wie vor anderthalb Jahren, als ich mir diesen Account erstellt habe. Ich habe begonnen, neue Interessen zu entwickeln und einige neu aufleben zu lassen oder zu vertiefen. Dies führt dazu, dass ich bei weitem nicht mehr so viel Zeit mit Büchern verbringe. Ich höre mehr und andere Musik als früher und habe wieder angefangen, Gitarre zu spielen und übe momentan so oft wie möglich um meinen Vorbildern in künstlerischer Hinsicht näher zu kommen und bald auf eine E-Gitarre umsteigen zu können, eines Tages vielleicht auch auf ein Schlagzeug. Ich schreibe, so oft ich kann, an meinen Geschichten und Ideen weiter, weil ich glaube, dass gutes aus ihnen werden kann und weil ich sie erzählen will. Ich setze mich näher mit Menschen auseinander, mit ihren Geschichten und dem, was hinter ihnen steckt. Was im übrigen auch dazu führt, dass ich in Sachen Büchern wählerisch geworden bin. Ich gehe nun sehr viel kritischer mit Charakteren und Schauplätzen um, mit der Art, wie ein Autor das Geschehen beschreibt. So gefallen mir manche Bücher nicht mehr so, wie sie mir vielleicht vor einem Jahr gefallen hätten. Bisher hab es in diesem Jahr nur ein einziges Buch, welches mich richtig umhauen konnte ("Das also ist mein Leben" von Stephen Chbosky). Ich habe mich also geändert, was völlig normal ist im Leben. Was sich meiner Meinung nach allerdings auch verändert hat, ist Instagram, genauer gesagt, #Bookstagram

 Ich habe das Gefühl, als ginge es in letzter Zeit vielen nur noch darum, Follower und Likes abzugreifen. Früher war das nicht so, aber mittlerweile steht so viel Werbung unter meinen Posts, dass ich mit dem Löschen und Blocken kaum hinterher komme. Ich habe auch den Eindruck, dass alle sehr viel weniger aktiv sind; man bekommt also sehr viel weniger Kommentare, was blöd ist, denn mich interessieren weder Likes noch Follower, sondern der Austausch mit Menschen, die mein Interesse an Jugendliteratur teilen. Und dieser Austausch ist zum einen von sich aus kaum vorhanden, zum anderen wird er durch die Habsucht und Gier nach Aufmerksamkeit einiger User noch weiter unterdrückt. (Zeitgleich ist es aber auch meine Schuld, da ich aufgrund der Vielzahl von Kommentaren mit dem beantworten nicht hinterherkomme, weshalb es verständlich ist, dass weniger Kommentare geschrieben werden.) Wenn dann doch mal ein Kommentar eintrudelt, ist es entweder Werbung oder es wird gefragt "Worum geht es in dem Buch?", "Ist das Buch empfehlenswert?", "Wo kann ich das Buch kaufen?" Wenn jemand meinen Account aufmerksam verfolgen würde, würde er/sie merken, dass ich unter meinen Bildern stets schreibe, wie mir das Buch gefallen hat und Links zu meinem Blog poste, wo ihr euch genaueres zu dem Bucu ansehen könnt. Selbstverständlich beantworte ich gern eure Fragen, aber nicht die, deren Antworten nur einen Klick entfernt wären. Als ich vor anderthalb Jahren angefangen hatte, war das alles noch ganz anders - Da konnte man auch mal ein Bild Posten, auf dem man gerade einfach nur ein Buch hochhält, man musste keine Stunden damit verbringen, alles hübsch auf einem Deckchen zu arrangieren und zu dekorieren. Mittlerweile fühle ich mich regelrecht genötigt, meine Bilder nach einem bestimmten Schema aufzunehmen, weil es eben jeder tut.  Dabei geht es auf Instagram ja vor allem darum, etwas aus seinem Leben zu teilen und mein (literarisches Konsum-)leben hat mit weißen Ikea-Teppichen, Blümchen und Herzchen halt nichts zu tun. Man sieht nicht mehr, wer die Menschen hinter den Accounts sind, weil es alles zu einem überbelichteten, cremeweißen, mit Rosenblättern bedeckten Einheitsbrei verschwimmt und kein wahrer Austausch mehr da ist. Ja, das ist es, was mich davon abhält, momentan etwas hoch zu laden...
Ihr seht vielleicht, was der springende Punkt ist: Dieser Account spiegelt mich nicht wider, oder nur einen kleinen Teil von mir, sodass ich nicht vollständig hinter ihm stehen kann. Will ich mit Instagram aufhören? Nein. Will ich mit Instagram so weitermachen wie bisher? Wieder nein. Keine Ahnung, wo ich mit diesem Profil hin will, letztendlich ist es nur eines unter Tausenden (Ich habe übrigens vollstes Verständnis dafür, wenn euch dieser Post dramatisiert vorkommt, mir geht es gerade ähnlich). Definitiv soll aber dieser Post eine Art Neuanfang sein. Ich werde meine Bilder nicht löschen, wie ich es mit meinen ersten gemacht habe, doch von nun an werden nicht nur Bilder kommen, die Ikeateppiche und liebevoll arrangierte Accessoires zeigen. Sicherlich auch mal solche, wenn ich Zeit und Lust habe. Doch ich habe absolut keinen Bock, mich von etwas so banalem wie sozialen Netzwerken unter Druck setzen zu lassen, und aus dem Gedanken 'Ich MUSS noch Fotos machen' soll wieder 'Ich mache mal gerade ein Foto, es passt jetzt so gut' werden. Denn, um es noch einmal zu wiederholen, mein Leben besteht nicht nur aus Jugendbüchern, IKEA-Teppichen (so schön sie auch sein mögen) und rosafarbener Deko. Ich bin anders und ich bin mehr als das. Meine Seite hat an Persönlichkeit verloren, die ich gern wieder zurückbringen möchte.

Nochmaliger Hinweis: Auf meinem Blog wird es wie gewohnt weitergehen, dieser Post bezieht sich ausschließlich auf Instagram.

Alles Liebe,
Laura

Kommentare:

  1. Hallo,
    So habe ich Bookstagram ehrlich gesagt noch nie betrachtet. Ich bin erst seid kurzem dabei, aber ich ahtte schon viele tolle "Gespräche" mit anderen Bookstagrammern und das wird devitiv von den Instagram Storys unterstützt. Für mich ist Instagram der Platz auf dem ich Bücher präsentieren kann, die ich liebe, die ich hasse oder einfach gut finde bzw. lese. Ich fange gerade erst an mir ein wenig mehr Mühe zu machen, wenn ich Bilder mache.
    Ich kann durchaus verstehen, dass man sich durch andere Accounts etwas "einschüchtern" lässt, weil es scheinbar standard ist die Bilder auch aufwändig zu dekorieren. Genau das habe ich heute auch bei mir gemerkt: Ich habe mir einen "Fotoplatz" freigeschaufelt und danaben stehen ein paar Dinge zum dekorieren parat. Da ich aber fotografieren sowieso liebe, macht mir das dekorieren und die richtigen Kameraeinstellungen nicht viel aus.
    Schade dass die Bookstagram gerade nicht mehr so gefällt. Vielleicht wird sich das wieder ändern.
    Du solltest auf keinen Fall mit etwas weitermachen, das dir nicht mehr zusagt.
    Liebe Grüße,
    Lele von lifeofaboredgirl.wordpress.com

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  2. Hallo Laura,

    das ist wirklich ein ehrlicher Text. Und nein, mir kommt er nicht dramatisiert vor, einfach, weil ich es ähnlich sehe.
    Grade wenn man wie ich noch einen sehr kleinen Blog hat, fühlt man sich auch ab und an dazu genötigt nach dem selben Schema mitzumachen wie alle anderen. Einfach, weil man denkt es gefällt den Lesern und man möchte sich ja auch gerne die Mühe machen. Nur bin ich nicht so der Foto-Mensch, der alles gut inszinieren und mit irgendwelchen Filtern und Überbelichtung "glänzen" kann. Daher kommen von mir auch keine Fotos auf Instagram. Für meinen Blog stell ich mein Buch in ein Regal leg ein paar Stifte oder zwei/drei Dekosteinchen dazu und fertig. Da ich meine Meinung teilen möchte und das Bild nur zur Veranschaulichung dient ist das auch ok finde ich. Besonders auf Instagram sehen irgendwie alle Bilder gleich aus. Alle nach dem selben Schema fotografiert. Ja, die Bilder sind ja hübsch, jedes für sich. Aber im Großen und Ganzen sind alle doch nur Einheitsbrei.
    Deinen Frust darüber kann ich voll und ganz verstehen. Setz dich nicht unter Druck etwas zu machen, nur weil alle anderen es auch machen. Ganz nach dem Motto "Sei du selbst - alle anderen gibt es schon" mach dein Ding, teile was du teilen willst und ich bin mir sicher es gibt auch dann viele Menschen denen genau das gefällt.

    Liebe Grüße
    Steffi
    Happy Booktime

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