Freitag, 1. April 2016

Geheimnisse und Lügen: "Solange wir lügen" von E. Lockhardt (Rezension)

Inhalt 
Eine wohlhabende und angesehene Familie. Eine Privatinsel vor der Küste von Massachusetts. Ein Mädchen ohne Erinnerungen. Vier Jugendliche, deren Freundschaft in einer Katastrophe endet. Ein Unfall. Nichts als Lügen. Wahre Liebe. Die Wahrheit.








Informationen
"Solange wir lügen" erschien am 1. November 2015 als Hardcover für 14,99 € im Ravensburger-Verlag. Das Buch ist unter anderem beim Verlag oder bei amazon.de erhältlich.
Meine Meinung
Nachdem wohl so gut wie jeder "Solange wir lügen" oder das englischsprachige Original "We were Liars" gelesen und geliebt hat, wollte ich mir natürlich auch eine Meinung bilden. Der Klappentext gibt nicht viel her, doch er lässt vermuten, dass das Buch sehr spannend und mysteriös werden könnte. Ich begann mit hohen Erwartungen, das Buch zu lesen, da ich im Voraus nur positives zum Buch an sich und vor allem zum Ende gehört habe.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir nicht sehr leicht. Man lernte zunächst die Charaktere nennen, zu denen ich euch etwas genaueres berichten will: Es geht in dem Buch um die Familie Sinclair, die ihre Sommer seit Jahren auf einer Privatinsel beginnt. So sieht die Protagonistin Cadence in jedem Sommer ihre Tanten, Cousinen und ihren Großvater wieder. Die Sinclairs sind eine sehr reiche und einflussreiche, nach außen perfekte Familie. Doch eigentlich sieht es ganz anders aus, vor allem der Alltag der Erwachsenen wird von Scheidungen, Streitereien und Meinungsverschiedenheiten überschattet. Die größeren Kinder, Cadence, Mirren, Johnny und Gat hingegen lieben es, ihre Sommer gemeinsam zu verbringen und zusammen zu sein. 

Doch dann hat Cadence einen Unfall und kann sich an nichts mehr erinnern. Sie weiß nur, dass sie sich den Kopf angeschlagen hat und seitdem an einen Schädel-Hirn-Trauma leidet. Von ihrem Unfall und der Zeit davor und kurz danach weiß sie beinahe nichts mehr. Aus diesen Gründen hat ihre Mutter sie lang von der Insel ferngehalten, bis Cadence, zwei Jahre nach ihrem Unfall, zurückkehrt.

Als sie, auf der Insel angekommen, ihre Familie und Freunde wiedersieht, nimmt sie sich vor, herauszufinden, was bei ihrem Unfall wirklich passiert ist - doch niemand möchte mit ihr darüber reden, selbst ihre frühreren Spielkameraden Johnny, Gat und Mirren nicht. 

Zu Beginn hatte ich etwas Schwierigkeiten, in dem Gewirr von Namen und verwandschaftlichen Beziehungen durchzusteigen, zusätzlich machte mir der Schreibstil zu schaffen. Dieser hat mir leider nicht wirklich zugesagt. Durchaus war er gut gestaltet und etwas besonderes, für mich machte er allerdings auch einen anstrengenden Eindruck. Trotzdem ließ sich das Buch überraschend schnell und flüssig lesen, sodass ich es innerhalb weniger Stunden verschlungen habe.

Mit den Charakteren konnte ich mich leider nicht wirklich anfreunden. Meiner Meinung nach fehlt es ihnen etwas an den Gefühlen, denn obwohl des öfteren auch tiefgründige Gespräche aufkamen, waren sie für mich irgendwie weit weg, ich hatte das Gefühl, sie weder zu kennen, noch mich mit ihnen identifizieren zu können, was ich als sehr schade empfand.

Auch die Handlung plätschert, bis kurz vorm Ende, eher vor sich hin. Cadence versucht, etwas über ihren Unfall herauszufinden, und hat gelegentlich Flashbacks aus jenem Sommer. Ansonsten geht es vor allem um die Beziehungen innerhalb der Familie, was ich aber keinesfalls als langweilig empfand. Eher im Gegenteil, ich fand es sogar sehr unterhaltsam und interessant, hinter die Fassade einer reichen Familie zu blicken. Über einige Figuren hätte ich zwar gern noch mehr erfahren, aber ich glaube nicht, dass weitere Ausführungen gut zum Verlauf der Geschichte gepasst hätten.

So richtig spannend war die Handlung für mich aber leider nicht, und schon nach der Hälfte hatte ich einen Verdacht, was Cadences Unfall und die zwischenmenschlichen Beziehungen der Sinclairs angeht, der sich zunächst erhärtete und später als richtig herausstellte. Diese Vorhersehbarkeit hat mich sehr enttäuscht, waren doch alle genau wegen dieser Enthüllungen so begeistert von dem Buch. Zweifelsohne ist der Plot aber wirklich großartig und sehr gut durchdacht, sodass ich ihn trotz meiner Vorahnungen für sehr gut befinden konnte.

Im großen und ganzen ist "Solange wir lügen" von E. Lockhardt ein Roman mit schwachen Charakteren und leichter Vorhersehbarkeit, der dennoch unterhaltsam ist und sich, meiner Meinung nach, als sehr gute Strandlektüre eignet. Von mir bekommt das Buch 3 von 5 Schwalben. 

1 Kommentar:

  1. Solange wir lügen gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern, aber da hat ja jeder seinen eigenen Geschmack ^^
    Liebste Grüße
    Tessa von http://ausrittinsbuecherland.blogspot.de/

    AntwortenLöschen

Hallo ihr Lieben,

selbstverständlich freue ich mich über jeden eurer Kommentare!
Teilt mir gern eure Meinung mit, ich bin gespannt.
In der Regel antworte ich auf jeden Kommentar,
allerdings ist dies momentan aufgrund eines technischen Fehlers nicht möglich. Ich hoffe sehr, dass dieser bald behoben sein wird und wir uns wieder austauschen können! :)