Montag, 25. Januar 2016

Dystopisches Berlin: "Wir waren hier" von Nana Rademacher (Rezension)



Inhalt
Berlin im Jahre 2039: Die Stadt liegt in Trümmern, das öffentliche Leben ist längst zusammengebrochen. Für die überlebenden Menschen geht es um die nackte Existenz. Wie den Horror des Alltags, den Kampf gegen Hunger und Kälte überstehen? Mittendrin die 15-Jährige Anna, die ihren Weg sucht und für das Leben und die Liebe kämpft - und für eine Welt, in der trotz allem eine Zukunft möglich ist.





Informationen
"Wir waren hier" von Nana Rademacher erschien am 24. Januar 2016 als Hardcover für 14,99 € im Ravensburger-Verlag. Kaufen könnt ihr das Buch beispielsweise bei amazon.de 
Meine Meinung
"Wir waren hier" fällt als erstes vor allem durch das wunderschöne Cover auf, welches auch perfekt zum Inhalt passt. Zu sehen ist die Skyline von Berlin beim Sonnenuntergang, davor steht ein Mädchen, welches wahrscheinlich unsere Protagonistin Anna darstellen soll.

Anna lebt im Jahre 2039 in der deutschen Hauptstadt Berlin, wo nichts mehr ist, wie wir es kennen: Eine Militärregierung ist an der Macht, überall gibt es Krieg und Zerstörung. Anna kennt die Welt nicht anders und wurde in sie hineingeboren. Trotzdem hat sie mit den Ausmaßen der Krisensituation zu kämpfen.

Die Geschichte beginnt auf eine recht ungewöhnliche Weise: Wir lesen einen Blog, nämlich Annas Blog. Sie hat ihn gut vor der Web-Polizei versteckt und führt ihn nur für sich allein, denn im Internet ist kaum jemand unterwegs. Sie berichtet von ihrem täglichen Leben mit ihren Eltern und ihren Freundinnen Luki und Santje, als plötzlich jemand einen Beitrag ihrerseits kommentiert.
Anna kann nicht glauben, dass außer ihr noch jemand im Internet unterwegs ist und beginnt, mit Ben zu schreiben, bis die beiden eines Tages beschließen, sich zu treffen.

Mehr möchte ich zum Inhalt auch nicht sagen, schließlich möchte ich euch nicht die Spannung verderben. Ab dem Moment, in dem Anna beschließt, Ben zu treffen, ist ihr Blog Geschichte und wir sind von nun an immer mitten im Geschehen. Anna ist eine recht ruhige, manchmal kalt wirkende Protagonistin, die trotzdem Herz zeigt. Sie liebt ihre Familie und ihre Freunde, auch in der stetigen Angst, sie zu verlieren. Während des Verlaufs der Geschichte beweist sie viel Mut und Ehrgeiz. Sie hat ein Ziel vor Augen, ein friedliches Leben, und hierfür würde sie alles tun.

Während ich mit der Protagonistin gut ausgekommen bin, hat mir leider der rote Faden gefehlt. Zwar waren die Ereignisse stets gut beschrieben, sodass ich sie mir bildlich vorstellen konnte, doch an vielen Stellen schritt die Handlung etwas zu schnell voran und hat sich selbst überholt.
Wir sprangen von einem Ort, von einem Ereignis zum nächsten, und währenddessen habe ich immer noch darüber nachgedacht, was zuletzt geschehen war.

Trotzdem ließ sich das Buch sehr angenehm lesen.
Während der ersten hundert Seiten empfand ich den Schreibstil der Autorin als etwas hölzern, was auch an den wenigen Dialogen lag, doch im Laufe des Buches wurde er immer flüssiger und leichter zu lesen, sodass ich zuletzt nur so durch die Seiten geflogen bin.

Durch den etwas nüchternen Schreibstil blieb mehr Zeit, um sich auf die Geschehnisse zu fokussieren, die erschreckend realistisch dargestellt waren. Jede einzelne Szene konnte ich mir beim Lesen gut vorstellen, wozu auch die Nennung von einigen Straßen und Orten, an denen ich mich selbst schon befunden habe, beigetragen haben.

Eine große, überraschende Wendung bleibt in dem Buch aus, trotzdem gab es immer wieder kleinere Plot Twists, mit denen ich nicht gerechnet hatte.
Allerdings hätte ich mit einigen Nebencharakteren gern mehr Zeit verbracht, um ihre Gefühle besser nachvollziehen zu können.

Leider hat mir das Ende, also das letzte Kapitel des Buches so gar nicht mehr gefallen.
Es wirkte zu konstruiert und gekünstelt auf mich, und auch nicht besonders realistisch.
Fazit
Trotz den Kritikpunkten bleibt "Wir waren hier" ein spannendes, erschreckend realistisch wirkendes Jugendbuch, das man sich als Dystopie-Fan nicht entgehen lassen sollte.
Ich gebe dem Buch 3 von 5 Schwalben.
Vielen Dank...
An den Ravensburger-Verlag und vorablesen.de für das Vorabexemplar!
Laura

Kommentare:

  1. Hey liebe Laura,
    eigentlich hört es sich ja echt gut an - bis man zum Ende der Rezi/des Buches kommt :D
    Ich bin jetzt mal gespannt, was mich erwartet, muss es ja so oder so noch lesen ;)

    LG ♥♥♥
    Anna

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    1. Hallo Anna,

      Ich bin schon sehr gespannt auf deine Rezension zu dem Buch!
      Und schreib mir dann bitte noch einmal wegen dem Ende. xD

      Alles Liebe,
      Laura ♥

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  2. Hallöchen Laura,

    auch wenn deine Rezension etwas negativer als erwartet ausgefallen ist, bin ich trotzdem noch sehr gespannt auf das Buch :) Vielleicht werde ich es irgendwann mal lesen, Dystopien mag ich auch sehr gerne.

    Alles Liebe,
    Nele

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    1. Hallo Nele,

      Falls du es lesen solltest,
      würde ich mich über eine Rezension freuen. :)

      Alles Liebe,
      Laura

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  3. Hallo Laura! :)
    Eine schöne Rezi, die du da geschrieben hast! c: Das Buch hört sich ganz toll an, wobei ich mal noch gespannt bin, was andere zu dem Buch sagen werden. Trotz ein paar Kritikpunkten von deiner Seite, werde ich das Buch also im Auge behalten. :D

    Liebste Grüße,
    Vanessa ♥

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  4. Hallo Laura,
    Ich bin neugierig darüber sehr, wie du das Ende des Buches kommentierst. Das ist ja ganz offengeblieben, ich brauche Hilfe dafür, wie man es verstehen soll.
    Danke im Voraus,
    MÜGE

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