Donnerstag, 22. Oktober 2015

Tiefgründige Brieffreundschaft: "17 Briefe oder der Tag, an dem ich verschwinden wollte" von Karolin Kolbe (Rezension





In „17 Briefe oder der Tag, an dem ich verschwinden wollte" geht es um die Teenagerin Line, die es im Leben nicht leicht hat. Zu Hause wird ihre Mutter von ihrem Vater geschlagen, in der Schule ist sie eine schüchterne Außenseiterin. Ihr einziger Trost sind ihre geliebten Bücher, doch eines Tages fasst sie einen Entschluss: Sie möchte aus ihrem Leben verschwinden. Sie schreibt einen letzten Brief und versteckt ihn am Flussufer – Nie hätte sie damit gerechnet, dass am nächsten Tag ein Antwortbrief am selben Platz auf sie wartet...









Der Jugendroman "17 Briefe oder der Tag, an dem ich verschwinden wollte" von Karoline Kolbe erschien am 12. Februar 2015 im Planet Girl-Verlag und hat 186 Seiten. Das Buch kann man als Taschenbuch für 9,99 € zum Beispiel bei Planet Girl oder Amazon.de kaufen.

 Die Thematik des Buches hat mich schon länger interessiert, und ich habe mich sehr gefreut, es endlich lesen zu können. Es ist mit seinen ca. 190 Seiten ziemlich dünn, weshalb ich zunächst skeptisch war, ob ich während der Geschichte einen Draht zu der Protagonistin und der Geschichte selbst finden würde. Allerdings war diese Sorge völlig unbegründet.
Anfangs ist Line sehr schüchtern und verschlossen. Sie malt sich aus, wie sie ihr Leben leben würde, wenn sie den Mut dazu hätte. Ich konnte mich sehr gut in sie hinein versetzen, was vor allem durch den leichten und flüssigen Schreibstil der Autorin ermöglicht. Trotz der Schlichtheit fand sie immer die richtigen Worte, um das Geschehene und Lines Gefühle zu beschreiben.
Ich finde es generell toll, wenn die Charaktere in Geschichten eine Charakterentwicklung machen. Die von Line war ebenfalls sehr schön und ich habe es genossen, sie mit zu erleben. Sie hat sich in kleinen, realistischen Schritten zur Normalität gekämpft und sich nicht unterkriegen lassen, nachdem sie die Briefe des geheimnisvollen Fremden gelesen hatte.
Besagter Fremder hat es ebenfalls nicht leicht, und die beiden inspirieren einander dazu, Fuß zu fassen und ihre Wünsche zu verwirklichen.
Leider habe ich trotzdem einen Kritikpunkt: Ich mag es zwar, wenn das Ende eines Buches offen ist, da ich mir dann selbst vorstellen kann, wie es wohl weiter geht. Aber bei diesem Buch hätte ich mir dann doch ein wenig mehr vom Ende erwartet, denn man kann die Gefühle bei den Charakteren nur sehr vage einschätzen...
Trotzdem konnte mich „17 Briefe oder der Tag, an dem ich verschwinden wollte" überzeugen. Es ist ein gelungener Roman über das Loslassen und das Erwachsenwerden, den ich allen Jugendlichen nur ans Herz legen kann.
Vielen Dank...
An die Thalia-Buchhandlung in Hamburg. Dort bin ich als junger Buchprofi aktiv und habe dieses Buch zur Verfügung gestellt bekommen. Mehr Informationen findet ihr hier.


Daher bekommt das Buch von mir 4 von 5 Schwalben.



Alles Liebe,
Laura

1 Kommentar:

  1. Schade, dass das Ende so offen ist doch bei einer solchen Thematik ist das bei Büchern oft so! :) <3
    Ich will die Geschichte schon ganz lange lesen, denn sie klingt wirklich klasse!

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