Mittwoch, 2. September 2015

"Mein Herz und andere schwarze Löcher" von Jasmine Warga (Rezension)

                                                                              Wenn dein Herz sich anfühlt wie ein gähnendes schwarzes Loch, das alles verschlingt, welchen Sinn macht es dann noch, jeden Morgen aufzustehen? Aysel will nicht mehr leben - sie wartet nur noch auf den richtigen Zeitpunkt, sich für immer zu verabschieden. Als sie im Internet Roman kennenlernt, scheint er der perfekte Komplize für ihr Vorhaben zu sein. Und während die beiden ihren gemeinsamen Tod planen, spürt Aysel, wie sehr sie sich auf die Treffen mit Roman freut, wie hell und leicht ihr Herz sein kann. Und plötzlich ist der Gedanke, das alles könnte ein Ende haben, vollkommen unerträglich... Aysel beginnt zu kämpfen. Um ihr Leben. Um sein Leben. Und um ihre gemeinsame Liebe.


"Mein Herz und andere schwarze Löcher" von Jasmine Warga erschien am 23. April als Hardcover für 16,99 € im Sauerländer-Verlag und hat 377 Seiten. Kaufen könnt ihr es zum Beispiel bei Fischer oder amazon.de.

Der Debüt-Roman von Jasmine Warga hat mich schon seit dem Erscheinen angesprochen. 
Mir ist es zuerst durch sein außergewöhnliches Cover aufgefallen, auch der Inhalt klang sehr besonders. Es gibt nicht viele Jugendbücher, die sich intensiv mit dem (wie ich finde sehr wichtigem) Thema Suizid beschäftigen. Ich habe das Buch mit der Erwartung auf ein tiefgründiges, spezielles und rührendes Werk begonnen. 

Auch wenn ich das Buch gut fand, konnte es meine Erwartungen leider nicht ganz erfüllen.

Die Geschichte beginnt recht gemächlich, man lernt Aysel kennen und erfährt, dass sie nicht mehr leben möchte. Sie treibt sich auf einer Internetseite herum, auf der andere Menschen Partner für ihren Suizid suchen. Auf dieser Seite trifft Aysel auf den Nutzer "FrozenRobot", der ihr perfekter Partner zu sein scheint. Doch als sie sich kennenlernen und immer mehr Zeit mit einander verbringen, um ihren Selbstmord zu planen, beginnt die Protagonistin, Gefühle für Roman, wie er in Wirklichkeit heißt, zu entwickeln. Dieser Prozess wird sehr realistisch dargestellt, die beiden verlieben sich nicht Hals über Kopf, sondern lernen sich zunächst besser kennen. Dazu gehört auch, dass die beiden über ihre Beweggründe für den geplanten Selbstmord reden.

Durch dieses Aspekt wurde im Buch der Spannungsbogen aufgebaut. Man weiß zu Beginn nur, dass Aysel sich wegen ihrem Vater selbst töten möchte. Erst im Laufe der Geschichte erfährt man Stück für Stück, was ihr Vater getan hat. 
Auch die Gefühle, die Aysel wegen ihm hatte, wurden sehr gut dargestellt, auch wenn ich zu Beginn meine Probleme mit ihr hatte. Anfangs kam mir ihr Vorhaben etwas merkwürdig vor, doch nach und nach erfährt man, warum sie sterben möchte und ihre Gefühle werden deutlich nachvollziehbarer. 

Dank dem leichten und humorvollen Schreibstil der Autorin ließ sich das Buch sehr gut und schnell lesen. Mir gefiel es, dass die Formulierungen leicht zu verstehen waren, obwohl sie einen tiefen Hintergrund hatten. 

Trotzdem fehlte mir bei dem Buch das gewisse Etwas. Es war schön geschrieben, hatte eine interessante Geschichte und gute Protagonisten. Trotzdem konnte mich das Buch nicht so sehr berühren, wie ich es erwartet hatte. 
Ein weiterer Aspekt ist, dass ich mir ein anderes Ende gewünscht habe. Das möchte ich an dieser Stelle nicht weiter ausführen, da ich natürlich keinen von euch spoilern möchte. 

Dennoch ist das Buch durchaus empfehlenswert. Wer ein Buch zu diesem Thema sucht, das trotzdem nicht zu trist und deprimierend ist, kann                                                                     getrost zu dem Roman greifen. 

                                                                                 Ich gebe dem Buch 4 von 5 Schwalben.
Vielen Dank...
An die Thalia-Buchhandlung in Hamburg. Dort bin ich als junger Buchprofi aktiv und habe dieses Buch zur Verfügung gestellt bekommen. Mehr Informationen findet ihr hier.


Wie hat euch das Buch gefallen, falls ihr es gelesen habt?

Kommentare:

  1. Darf ich fragen, welches Ende du dir gewünscht hättest? Mehr oder weniger Happy End? :)

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    1. Ehrlich gesagt hätte ich mir weniger Happy End gewünscht.
      Ich stehe einfach nicht so auf Happy Ends. :D

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