Donnerstag, 22. Oktober 2015

Jugendthriller der besonderen Art: Ich hätte es wissen müssen von Tom Leeven (Rezension)



Mitten in der Nacht klingelt das Handy der 16-jährigen Tori. Der Anrufer heißt Andy und behauptet, Tori rein zufällig angerufen zu haben. Andy bittet Tori, ihm einen einzigen Grund zu nennen, warum er nicht Selbstmord begehen soll. Ausgerechnet Tori! Sie, die beschuldigt wird, mit ihren Posts auf Facebook einen Mitschüler in den Freitod getrieben zu haben. Will Andy sie nur vorführen? Aber was, wenn er die Wahrheit sagt? Wenn er wirklich seine große Liebe verloren hat? Und nun mit seinem Wagen an der Klippe steht, bereit, sich hinunterzustürzen? Tori muss etwas einfallen, und zwar schnell! 







Der Jugendthriller "Ich hätte es wissen müssen" von Tom Leeven erschien am 27. Juli 2015 als Klappbroschur im Hanser-Verlag. Kaufen könnt ihr das Buch für 15,90 € beispielsweise bei Hanser oder amazon.de.


Vorab möchte ich sagen, dass mich die Thematik des Buches sofort interessiert hat. Irgendwie erinnerte mich der Klappentext ein wenig an "Tote Mädchen lügen nicht", welches ja zu meinen absoluten Lieblingsbüchern gehört. Umso gespannter war ich auf "Ich hätte es wissen müssen".

Der Einstieg in die Geschichte wird einem als Leser nicht wirklich leicht gemacht. Die Protagonistin Tori verschließt sich sehr und blockt jeden Gedanken an das, was sie getan hat ab.
Das ändert sich auch im Laufe des Buches nicht, aber dafür findet man an jedem Kapitelende einen Auszug aus einem Chatprotokoll, durch das man nach und nach Einblicke in den Verlauf der traurigen Vorgeschichte kommt.

Auch nach Beenden des Buches kann man als Leser nicht sehr viel über Toris Charaktereigenschaften sagen. Sie scheint unsicher und wehmütig zu sein, fühlt sich allein gelassen und verleumdet.
Aber darüber kann ich hinwegsehen, denn in der Situation, in der Tori sich befindet, ist es nahezu unmöglich positive Charaktereigenschaften hervorzuheben. Allerdings wird im Laufe der Geschichte klar, dass Tori keinesfalls ein schlechter Mensch ist. 

Tori ist seit ein paar Wochen völlig abgeschnitten von der Außenwelt, seit sie angeklagt wurde, weil sie mitverantwortlich für den Selbstmord eines Mitschülers sein soll. Ihr wurden Internetzugang und Smartphone gestrichen, stattdessen hat sie nur noch ein altes Klapphandy, auf dem sie, außer ihrem Kumpel Noah, niemand mehr anruft. 

Bis eines Nachts ihr Handy klingelt und Andy sich am Telefon meldet. Tori hat noch nie zuvor von ihm gehört und Andy behauptet, er habe ihre Nummer zufällig erwischt. Er sagt, er wolle sich umbringen und Tori solle ihm einen Grund nennen, dies nicht zu tun.

Ab diesem Zeitpunkt wird aus dem Buch ein echter Pageturner, man möchte unbedingt wissen, was Andys Beweggründe sind und ob Tori es schafft, ihn von seinem geplanten Selbstmord abzuhalten. 
Der Schreibstil von Tom Leveen sorgt noch dazu dafür, dass man sich die Ereignisse bildlich vorstellen kann, sodass der Leser ein viel besseres Gefühl für die Charaktere und die schwierige Situation entwickeln kann. 

Das Ende hat mir wahnsinnig gut gefallen, es war wirklich überraschend und noch dazu emotional und nachvollziehbar. Schade finde ich nur, dass der Leser nicht mehr erfährt, wie es mit Tori weitergeht. Lediglich eine kleine Prognose eines Verwandten bezüglich des Urteils bekommt der Leser, was allerdings kein wirklicher Trost ist. 

Alles in allem hat mir das Buch wirklich gut gefallen, wer einen spannenden, nachdenklich stimmenden Jugendroman sucht, wird an diesem Buch ganz bestimmt Gefallen finden.
Ich gebe "Ich hätte es wissen müssen" 4/5 Schwalben.


Alles Liebe, 
Laura

Kommentare:

  1. Ich denke, ich werde das Hörbuch mit anhören! Klingt sehr interessant! LG

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    1. Hallo Verena,
      viel Spaß mit dem Hörbuch!
      Ich denke, beim Hören könnte es sogar noch besser sein als beim Lesen.

      Viele Grüße,
      Laura

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