Sonntag, 5. Juli 2015

Du kennst sie nicht, aber sie kennt dich: "Girl on the Train" von Paula Hawkins (Rezension)

Jeden Morgen pendelt Rachel mit dem Zug in die Stadt, und jeden Morgen hält der Zug an der gleichen Stelle auf der Strecke an. Rachel blickt in die Gärten der umliegenden Häuser, beobachtet ihre Bewohner. Oft sieht sie ein junges Paar: Jess und Jason nennt Rachel die beiden. Sie führen - wie es scheint- ein perfektes Leben. Ein Leben, wie Rachel es sich wünscht.

Eines Tages beobachtet sie etwas Schockierendes. Kurz darauf liest sie in der Zeitung vom Verschwinden einer Frau - daneben ein Foto von "Jess". Rachel meldet ihre Beobachtung der Polizei und verstrickt sich damit unentrinnbar in die folgenden Ereignisse...








Der Thriller "Girl on the Train" von Paula Hawkins erschien am 15. Juni 2015 im Blanvalet-Verlag und hat 446 Seiten. Neu kostet das Buch 12,99 €, kaufen könnt ihr es beispielsweise bei blanvalet oder amazon.de

Nachdem das Buch so sehr gehyped wurde, 
hatte ich sehr hohe Erwartungen - aus jeder Ecke hörte man, wie spannend und fesselnd das Buch sei. 
Umso mehr freute ich mich natürlich, als ich das Buch dann endlich in den Händen hielt. 

Die Geschichte ist aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, hauptsächlich aus der von Rachel, einer Alkoholikerin, aber auch aus der von "Jess", die in Wirklichkeit Megan heißt und aus der von der neuen Frau von Rachels Ex-Mann, Anna. 

Ich fand den Beginn recht langweilig und ereignislos, aber das kommt ja bei vielen Büchern vor, deswegen habe ich trotzdem voller Motivation weitergelesen. 
Leider konnte mich das Buch gar nicht fesseln.
Vor allem bis Seite dreihundert fand ich es sehr langweilig, die Autorin verlor sich ständig in wiederkehrenden Beschreibungen von Rachels Alkoholsucht und was für ein armes Ding sie doch sei. 

An dieser Stelle muss ich einwerfen, 
dass mir die Charaktere allesamt wahnsinnig auf den Keks gingen. 
Nicht einen einzigen Charakter fand ich sympathisch.
Rachel und Anna nervten mich mit ihrer Naivität, allen voran Rachel, die ungefähr über das Realitäts-Vermögen (gibt's das Wort überhaupt) eines Kleinkindes zu verfügen scheint. Klar, sie ist Alkoholikerin und es ist ziemlich offensichtlich, dass ihr Psyche einen ordentlichen Knacks hat. Aber dennoch gab es auch Momente, in denen sie vollständig bei Verstand war, und in denen sie erwachsen hätte handeln können. Während des gesamten Buches hat Rachel nicht ein einziges Mal irgendetwas getan, was Sinn gemacht hätte. 
Anna störte mich vor allem wegen ihrer krankhaften Eifersucht und ebenfalls wegen ihrer nahezu paranoiden Art. Sie scheint zu denken, man wolle sie angreifen, sobald man auch nur in ihre Nähe kommt. 

Ich musste mich des öfteren wirklich zum weiterlesen zwingen.
Außerdem frage ich mich immer noch, warum das Buch unter das Genre "Thriller" fällt. 
Ja, es geht um das Verschwinden einer Person, aber wie bereits erwähnt, passiert gut die Hälfte des Buches gar nichts. 
Auch den Untertitel des Buches "Du kennst sie nicht, aber sie kennt dich" kann ich nicht ganz verstehen - Denn es wird relativ klar, dass Rachel sich mit ihren Vorstellungen nur eine Scheinwelt ausmalt, in der sie selbst gern leben würde und dass hier niemand irgendwen kennt.

Ich konnte das Ende zwar nicht ganz voraussehen, aber mir war ca. nach dem Dreiviertel-Buch klar, in welche Richtung das Ganze geht. Ein Charakter wurde im Gegensatz zu anderen einfach die ganze Zeit so krampfhaft in gutes Licht gerückt, naja, zumindest wurde es versucht, dass klar war, dass er etwas mit dem Ganzen zu tun haben muss. 

Zusammenfassend fand ich den Schreibstil zu gewöhnlich, die Charaktere viel zu nervtötend und das Buch enttäuschend. Es war nicht schlecht, aber eben "nur okay". 
Deshalb gebe ich "Girl on the Train" 2 von 5 Schwalben. 


Ich bedanke mich ganz herzlich beim blanvalet-Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensions-Exemplars und danke auch an Liv, mit der ich das Buch gemeinsam gelesen habe. :-)


Habt ihr "Girl on the Train" gelesen? 
Wenn ja, wie lautet eure Meinung dazu?

Alles Liebe,
Laura

Kommentare:

  1. Oh, klingt ja nicht ganz so prickelnd.. Das Buch liegt noch auf meinem SuB, ich werde es hoffentlich bald anfangen, da ich nach den ganzen verschiedenen Rezis sehr darauf gespannt bin!

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    1. Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass es dir besser gefällt. :)

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  2. Das steht noch auf meiner Wunschliste...wenn ich aber deine Rezi dazu lese, bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob ich es überhaupt noch lesen will :D

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    1. Ich hasse es, anderen Leuten Bücher auszureden, ich habe dann irgendwie immer ein schlechtes Gewissen...
      Aber ich kann es leider echt nicht empfehlen. :D

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  3. Ich kämpfe mich tapfer durch die Seiten des Buches, aber es wird und wird nicht besser......
    Die Rezession des Buches trifft es genau auf den Punkt, denn ich finde auch das dies kein Thriller ist. Auch die Protagonisten Nerven. Schade dass ich nicht zuvor auf dieser Seite war, dann hätte ich das Buch nicht gekauft. Es zeigt auf, dass nicht jeder Bestseller gut ist, subjektiv betrachtet.
    Ich kann es auch nicht empfehlen.

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    1. Hallo Frank,
      wie schade, dass dich das Buch auch nicht überzeugen kann!
      Ich hoffe, dass dir bald wieder bessere Bücher über den Weg laufen. :)

      Liebe Grüße,
      Laura

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  4. Hey Laura,

    war gerade bei dir auf der Suche nach einer Leseanregung und dachte mir: Oh guck mal der Titel des Buches klingt wie "Gone Girl" wo mir der Film so unglaublich toll gefallen hat. Der Klappentext von "Girl on the Train" hat mir auch gefallen und dachte mal gucken was du über das Buch zu schreiben hast und nach deiner Rezension habe ich so gar keine Lust mehr ^^

    Schade das es dir nicht gefallen hat und du dich durchkämpfen musstest aber man kann ja nicht nur Glücksgriffe haben und so sind die richtig, tollen Bücher gleich umso TOLLERER
    Liebe Grüße,
    Jenni von Buchgefühl

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    1. Hey Jenni,

      Du hast recht, nach einem Flop erscheinen die guten Bücher gleich noch viel besser! :)

      Liebe Grüße,
      Laura

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